Kommentar von Wolfgang Czutta für NÖN 42

Wirtschaftskrisen gehören dazu

5000 Zuhörer versammelten sich am 04.Oktober 2001 im Wiener Austria Center, um sich angesichts flauer Konjunktur Mut zum Wertpapier-Investment zusprechen zu lassen. Geladen hatte das internationale Investmenthaus Fidelity und das Magazin Gewinn. Thema war die Frage, ob Aktien jemals wieder eine attraktive Veranlagung sein werden, und wenn ja, wann der beste Zeitpunkt zum Einstieg sei.
Die Antwort darauf gab Dirk Herrmann, Geschäftsführer von Fidelity Investment Austria, für den selbst jetzt Aktien die beste Veranlagungsform sind. Herrmann: "Wirtschaftskrisen hat es immer gegeben, Abwärtsbewegungen gehören dazu. In Summe sind die Kurse aber immer nach oben gegangen." Auf zwei riesigen Videoleinwänden listete er sämtliche bisherigen Wirtschaftskrisen auf und würzte seinen Vortrag auch mit plakativen Beispielen: Während sich in den letzten 33 Jahren der Wert eines Einfamilienhauses verzehnfacht hat, hätte der Anleger das Geld verzweihundertfachen können, wenn er statt ein Haus zu kaufen, in einen internationalen Fonds investiert hätte. Applaus war Herrmann damit sicher.

Die Begründung für die Leistungsfähigkeit der Fondssparmodelle sieht Herrmann in dem Umstand, dass die Haussephasen an den Aktienbörsen im Durchschnitt drei Mal so lange sind, wie Korrekturen. Fondssparpläne seien daher aus das ideale Instrument für die private Altersvorsorge. Der Fidelity-Chef zitierte den US-Finanzexperten Roger Ibbotson, der 1974 für das Jahr 1999 einen Dow-Jones-Indexstand von 11.150 Punkten prognostiziert hatte - und damals von vielen nicht ernst genommen worden war. Jüngst habe Ibbotson nun eine Prognose für das Jahr 2025 gewagt: er erwartet, dass der Dow Jones Industrial Average sein bisheriges Wachstumstempo beibehalten und in den kommenden 24 Jahren somit auf 125.000 Punkte steigen wird.

Bezüglich der aktuell für die ausländischen Investmentgesellschaften unangenehme Situation der "Sicherungsbesteuerung" werde sich deren Interessensvereinigung (VAIÖ) weiterhin bemühen, diese EU-widrige Besteuerung zu Fall zu bringen.

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